„Kurier“: Dicke Luft zwischen Fekter und FMA-Führung

Die Chefs der Finanzmarktaufsicht (FMA), Helmut Ettl und Kurt Pribil, sollen ins Radar von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) geraten sein. Das schreibt der „Kurier“ (Sonntag-Ausgabe). Dass Ettl (SPÖ) und Pribil (ÖVP) die Einlagensicherung für die Sektorbanken infrage stellten und der Ministerin damit in den Rücken gefallen seien, habe für einen gewissen Vertrauensverlust gesorgt.

Dass die FMA im Hintergrund gegenüber Brüssel auch noch Bedenken am Sanierungsmodell für die Volksbanken AG (ÖVAG) geäußert haben soll, wie das Blatt vermeldet, habe Fekter endgültig verärgert.

Koalitionärer Wirbel „vorprogrammiert“

Zugleich müsse sich die FMA die Frage gefallen lassen, warum sie zwei Jahre lang zugesehen habe, wie das Spitzeninstitut der Volksbanken an den Rand des Abgrunds gewirtschaftet worden sei. Bei der nächsten anstehenden Neubestellung der FMA-Führung, die durch den Ministerrat muss, ist laut „Kurier“ koalitionärer Wirbel vorprogrammiert.

Der aus der Notenbank kommende Ettl, dessen Vertrag Anfang 2013 ausläuft, gilt als der engste wirtschaftspolitische Berater von Werner Faymann (SPÖ). Ettls Bestellung in den FMA-Vorstand sei sogar ein Thema bei der Regierungsbildung gewesen. Leichter wird es Fekter dem Blatt zufolge mit Pribil haben - ehemals Kabinettmitarbeiter von Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP). Er sei auch in den eigenen Parteireihen umstritten.

Koren soll sanieren

Fekter hat in der ÖVAG mit dem einstigen Vizechef der BAWAG, Stephan Koren (ÖVP), ihren Wunschkandidaten für diese teilverstaatlichte Bank an die Spitze gesetzt. Er wäre, wie bekannt, viel lieber in die Nationalbank gegangen, deren Direktorium Ende August 2013 ausläuft. „Fraglich, ob Koren ein operativer Sanierer ist. Er passt sicher viel besser in die Notenbank“, zitiert der „Kurier“ namentlich nicht genannte Bankkreise.

Neue Namen für ÖIAG-Spitze

In den Personalspekulationen im Staatsbereich bringt das Magazin „profil“ unterdessen wieder einen neuen Namen für die ÖIAG-Spitze ins Spiel. Während bisher ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem steirischen Ex-Landesrat Herbert Paierl und dem früheren AUA-Vorstand Peter Malanik gesehen wurde, soll mit Werner Lanthaler (ehemals Industrie-Pressesprecher und heute Vorstand Evotec) ein weiterer aussichtsreicher Kandidat in Stellung gebracht haben.