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Verheerende Anschläge im Jemen

Das islamistische Terrornetz Al-Kaida hat seit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York zunehmend auf Regionalisierung gesetzt. Zu den weitgehend unabhängig agierenden Ablegern zählt Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Al-Qaeda in the Arabian Peninsula, AQAP).

Die Gruppe entstand 2008 aus der Vereinigung der jemenitischen mit der saudi-arabischen Al-Kaida. Schon vorher hatten die Terroristen im Jemen den bis dahin folgenschwersten Anschlag verübt. Im Jahr 2000 sprengten sich in der Hafenstadt Aden Selbstmordattentäter nahe dem US-Zerstörer „USS Cole“ in die Luft. Dabei wurden 17 US-Soldaten getötet.

Armee versucht Kämpfer zurückzudrängen

Mindestens 16 weitere Menschen kamen ums Leben, als Al-Kaida-Männer im September 2008 die US-Botschaft in der Hauptstadt Sanaa angriffen. Auf das Konto der AQAP soll auch die vereitelte Sprengung eines US-Passagierflugzeugs durch den „Unterhosenbomber“ über Detroit 2009 gehen.

In dem von bürgerkriegsähnlichen Stammeskämpfen erschütterten Jemen kann die Zentralregierung nicht alle Landesteile kontrollieren. Diese Regionen nutzt Al-Kaida als Rückzugsgebiet mit Rekrutierungs- und Ausbildungslagern. Nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden wurden dort auch Islamisten aus Deutschland und anderen westlichen Ländern militärisch trainiert. Die Armee versucht nun den regionalen Ableger von Al-Kaida, die Ansar al-Scharia, aus den von den Kämpfern eroberten Städten und Gebieten wieder zu verdrängen.

Weitere Ableger des internationalen Terrornetzwerkes sind die kleinere Al-Kaida im Irak und in Nordafrika Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQIM). Die radikalislamische Al-Schabaab-Miliz in Somalia wird nach ihrem Zusammenschluss mit dem Terrornetz als Al-Kaida in Ostafrika eingestuft.

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