Proteste in Vietnam gegen chinesische Ansprüche

In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi hat die Polizei heute eine Protestkundgebung gegen Pekings Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer aufgelöst. Sie seien gezwungen worden, in wartende Busse einzusteigen, sagte einer der Festgenommenen der Nachrichtenagentur AFP am Telefon.

Mindestens 25 Teilnehmer seien in ein sonst für Drogenabhängige verwendetes Zentrum gebracht worden. Vor der Auflösung der Kundgebung riefen die Demonstranten „Nieder mit Chinas Aggression!“, während sie vietnamesische Fahnen schwenkten.

Streit über mehrere Inselgruppen

Es war der vierte derartige Protest in Hanoi in den vergangenen vier Wochen. Bei den vorherigen Demonstrationen gab es keine Festnahmen. Vietnam und China liegen seit langem im Streit um mehrere Inselgruppen im Südchinesischen Meer, in dem große Öl- und Gasvorkommen vermutet werden.

Auch mehrere weitere Nachbarstaaten - wie die Philippinen und Malaysia sowie Taiwan - beanspruchen Teile des Meeresgebiets, das in seiner Gesamtheit von Peking beansprucht wird. Mehrere wichtige Schifffahrtsrouten verlaufen durch das Gebiet.