Entschädigungsfonds: Enttäuschung über Auszahlungen

Eine „nicht einfache“ Bilanz hat Sir Franklin Berman, Vorsitzender des Antragskomitees im Allgemeinen Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus, nach der Erstentscheidung über sämtliche 20.702 Anträge gezogen.

Zwar sehe er die Tätigkeit des Komitees als „äußerst positiv“ an, wie Berman im Gespräch mit der APA feststellte, dennoch sei nicht alles eitel Wonne. Eine „Enttäuschung“ sei nämlich die - verglichen mit dem eigentlichen Schaden von 1,5 Mrd. US-Dollar recht geringe - an die Opfer ausbezahlte Summe von 210 Mio. US-Dollar. Die Zahlungen seien daher „nur als eine Geste anzusehen“.

„Manche verzichteten lieber“

„Ich muss davon ausgehen, dass die Leute enttäuscht waren“, sagte der Brite. Um das zugesprochene Geld ausbezahlt zu bekommen, mussten die Antragsteller eine Verzichtserklärung für sämtliche weitere Ansprüche abgeben.

Etliche seien dazu nicht bereit gewesen, berichtete er. Daraus könne man schließen, dass sie mit der Entschädigungssumme nicht einverstanden waren und daher lieber ganz auf das Geld verzichteten.