Großrazzien in Griechenland gegen Einwanderer

Die griechische Polizei ist im Zentrum von Athen massiv gegen Einwanderer ohne gültige Papiere vorgegangen. Wie ein Polizeisprecher gestern mitteilte, wurden seit Donnerstag 500 Menschen festgenommen und 1.500 überprüft. An der Operation waren demnach in der Hauptstadt 2.000 Polizisten beteiligt. Bei einer ähnlichen Großrazzia in der Region Evros an der Grenze zur Türkei waren 2.500 Beamte im Einsatz.

Ziel der Razzien sei es, „die Einwanderer in ihre Herkunftsländer zurückzubringen, die Grenzen zu schließen und Athen wieder zu einer rechtsstaatlichen Metropole mit Lebensqualität zu machen“, erklärte die Polizei. Es gehe um das „nationale Überleben“. Der konservative Regierungschef Antonis Samaras hatte sich vor der jüngsten Parlamentswahl für die „Rückeroberung der Städte“ und den „Stopp des Zustroms illegaler Migranten“ stark gemacht.

Am Mittwoch hatte Griechenland die Verdreifachung seiner derzeit 600 Grenzbeamten in Evros auf 1.800 bekanntgegeben. Amtlichen Zahlen zufolge gibt es in Griechenland etwa 800.000 legal registrierte Migranten. Die Zahl der Einwanderer ohne gültige Papiere wird auf mehr als 350.000 geschätzt. Die rechtsextreme Partei „Goldene Morgenröte“ ist seit der Wahl vom 17. Juni mit 18 Abgeordneten im Parlament vertreten. Sie tritt für die „Säuberung Griechenlands von illegalen Migranten“ ein.