Schlag gegen Al-Kaida: Spaniens Polizei in Beweisnot

Die als Fahndungserfolg gefeierte Festnahme von drei mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen in Spanien droht zu einem Fiasko zu werden. Der zuständige Ermittlungsrichter ordnete nur für einen aus der Türkei stammenden Verdächtigen Untersuchungshaft an. Bei zwei festgenommenen Tschetschenen konnten die Ermittler ihren Verdacht, dass die Männer dem Terrornetz angehörten, nach Ansicht des Richters nicht mit ausreichenden Indizien belegen.

Der Richter räumte der Polizei nach Medienberichten von heute allerdings eine Frist von zwei Tagen ein, um zusätzliche Beweise zu präsentieren. Bis dahin bleiben die beiden Verdächtigen in Polizeiarrest. Gegen den Türken erließ der Richter Haftbefehl wegen illegalen Sprengstoffbesitzes, nicht aber wegen des Verdachts einer Zugehörigkeit zu einer Terrorgruppe.

Innenminister: „Eindeutige Beweise“

Das Madrider Innenministerium hatte die Festnahme als einen Schlag gegen den Al-Kaida-Terrorismus gefeiert. Es habe „eindeutige Hinweise“ dafür gegeben, dass das Trio einen Terroranschlag in Spanien oder einem anderen europäischen Land geplant habe, hatte Innenminister Jorge Fernandez Diaz mitgeteilt. Einer der Festgenommenen sollte demnach ein führender Kopf des Terrornetzes in Europa sein.

Die Ermittler stützten ihren Verdacht nach Angaben der Zeitung „El Pais“ auf Informationen ausländischer Geheimdienste. Diese wurden aber vom Gericht nicht als belastende Indizien anerkannt. Die drei Verdächtigen bestritten, Al-Kaida anzugehören. Die beiden Tschetschenen waren am Mittwoch in Südspanien an einer Raststätte in der Gegend von Ciudad Real festgenommen worden, der Türke in der Nähe der Grenze zum britischen Territorium von Gibraltar.