Sudan und Südsudan einigen sich im Streit um Erdöl

Der Sudan und der Südsudan haben eine Einigung im Streit um Transitgebühren beim Export von Erdöl erreicht. Die beiden Staaten hätten ein Abkommen über die finanziellen Details getroffen, erklärte der Vermittler der Afrikanischen Union, Thabo Mbeki, in der Nacht auf heute nach einer Sitzung des Friedens- und Sicherheitsrats des Staatenbundes in Addis Abeba.

Der frühere südafrikanische Präsident kündigte an, dass die seit Jänner gestoppte Förderung des Erdöls im Südsudan wiederaufgenommen werde.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte gestern bei einem Besuch in der südsudanesischen Hauptstadt Juba die beiden Staaten zu einem Kompromiss aufgerufen, um die seit der Unabhängigkeit am 9. Juli 2011 ungelösten Streitfragen zu regeln.

Differenzen über Transitgebühren

Der Südsudan hat bei der Teilung des Landes drei Viertel der Erdölreserven erhalten. Zum Export ist er aber weiter auf die Ölpipelines des Nordens angewiesen.

Angesichts von Differenzen über die Transitgebühren hatte Khartum entschieden, als Bezahlung selbstständig Öl abzuzweigen. Der Süden hatte daraufhin die Produktion gestoppt. Zu dem Streit um die Transitgebühren kommen eine Reihe ungeklärter Grenzfragen, insbesondere in den Ölfeldern, hinzu.

Katastrophale Situation in Flüchtlingslagern

Mehr als 170.000 Flüchtlinge flohen bisher vor dem Konflikt und der Nahrungsmittelunsicherheit in den sudanesischen Bundesstaaten Blue Nile und Süd-Kordofan. Die Situation in den Flüchtlingslagern im Südsudan sei katastrophal, meldete heute die Organisation Ärzte ohne Grenzen: Seit Juni sterben im Flüchtlingslager Yida durchschnittlich fünf Kinder pro Tag, im Lager Batil ist jedes dritte Kind mangelernährt.