USA: Protest gegen Exekution von geistig Behindertem

Menschenrechtler in den USA haben gegen die geplante Hinrichtung eines anscheinend geistig behinderten Mannes in Texas protestiert. Der wegen Mordes Verurteilte Marvin Wilson solle am 7. August durch die Giftspritze sterben, obwohl er mit einem Intelligenzquotienten von 61 eindeutig als minderbemittelt gelte, teilte die Organisation Amnesty International gestern mit. Ein Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofes in Washington, nach dem Menschen mit extrem niedrigem IQ nicht hingerichtet werden dürfen, müsse auch für den 54-Jährigen gelten.

Ähnlicher Fall vor kurzem

In den vergangenen Wochen hatte ein ähnlicher Fall in Georgia für Empörung gesorgt. Hier sollte der verurteilte Mörder Warren Hill durch die Todesspritze sterben, obwohl er laut mehreren Gutachten einen Intelligenzquotienten von lediglich knapp 70 besitzt. Die Exekution war aber kurzfristig vom obersten Gericht des Staates gestoppt worden. Der 52-Jährige hatte Einspruch gegen die Injektion nur eines einzigen Giftes erhoben. Die Gefängnisbehörden hatten erst kürzlich entschieden, dass nicht mehr eine Mischung aus drei Giftstoffen verwendet werde.

Die Hinrichtung in Texas wäre laut Amnesty die siebente in diesem Jahr in Texas. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe seien dort fast 500 Menschen exekutiert worden, das ist mehr ein Drittel aller vollstreckten Todesurteile in den USA.