Putin: Pussy Riot „nicht zu hart bestrafen“

Am Rande des umstrittenen Prozesses gegen drei Musikerinnen der Punkband Pussy Riot hat sich der russische Präsident Waldimir Putin am Donnerstag geäußert.

Laut Reuters-Angaben überraschte Putin mit der Aussage, die drei Musikerinnen nicht zu hart zu bestrafen und von einer allzu langen Gefängnisstrafe abzusehen. Zwar hätte der Protest der Band „nichts Gutes an sich“, aber eine harte Strafe stehe dafür trotzdem nicht an, meinte Putin laut der Agentur Interfax. „Ich hoffe, das Gericht fällt ein gutes Urteil“, fügte er hinzu.

Prozess durchpeitschen

Unterdessen wurde bekannt, dass die Moskauer Justiz den Prozess nach Ansicht der Verteidigung in großer Eile durchpeitschen will. Die stundenlangen Marathonsitzungen ließen ein Urteil gegen die regierungskritischen Bandmitglieder schon in der kommenden Woche vermuten, sagte Anwalt Nikolai Polosow.

Richterin Marina Syrowa lehnte heute zum fünften Mal einen gegen sie gerichteten Befangenheitsantrag ab, wie die kremlkritische Zeitung „Nowaja Gaseta“ in ihrer Internetausgabe berichtete.

Maria Aljochina (24), Nadeschda Tolokonnikowa (22) und Jekaterina Samuzewitsch (29) drohen nach einem Punkgebet gegen Präsident Wladimir Putin und Patriarch Kirill in der wichtigsten russisch-orthodoxen Kathedrale sieben Jahre Haft wegen Rowdytums aus religiösem Hass. Bürgerrechtler kritisieren den Prozess als politisch motiviert.