UNO-Plenum will Assad-Regime offen verurteilen

Syriens Machthaber Baschar al-Assad steht die geballte Kritik der internationalen Gemeinschaft bevor. Die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen wollen heute in der Vollversammlung über einen Text abstimmen, der Assads Blutbad am eigenen Volk scharf verurteilt. Die Sitzung war von den arabischen Ländern beantragt worden und dürfte eine Mehrheit der Stimmen erhalten, hieß es gestern aus UNO-Kreisen.

Im Sicherheitsrat, dem einflussreichsten Gremium der Vereinten Nationen, waren entsprechende Resolutionen schon mehrmals am Veto der Russen und Chinesen gescheitert. Deshalb will Frankreich jetzt eine Ministerrunde zum Syrien-Konflikt im Rat einberufen, wie Außenminister Laurent Fabius ankündigte. Paris führt im August den Vorsitz des höchsten UNO-Gremiums und hofft, die 15 Ratsmitglieder bis Ende des Monats für eine Syrien-Debatte auf höchster Ebene zu gewinnen.

USA geben Rebellen 25 Mio. Dollar

Die USA unterstützen die Rebellen in Syrien nach eigenen Angaben rund 25 Millionen Dollar (rund 20 Millionen Euro). Die Zahl nannte der Sprecher des Außenministeriums gestern (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Washington. Die Summe sei zuletzt um zehn Millionen Dollar angehoben worden.

Assad übt sich in Durchhalteparolen

Während die Kämpfe um die syrische Millionenmetropole Aleppo weiter mit äußerster Brutalität geführt werden, gibt Assad nach zweiwöchiger öffentlicher Abwesenheit wieder Durchhalteparolen aus. Seine Armee befinde sich in einer „entscheidenden Schlacht“, vom Ausgang hänge das Schicksal des Volkes ab. Unterdessen berichtet Amnesty International von einem Höhepunkt des monatelangen Vorgehens gegen Andersdenkende. Die Rede ist von routinemäßiger Folter und einer regelrechten Jagd auf verwundete Demonstranten.

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