Patentprozess: Apple bekräftigt Vorwürfe gegen Samsung

Apple hat im Patentprozess gegen Samsung in Kalifornien seine Vorwürfe in Sachen Patentverletzung bekräftigt. Der südkoreanische Konkurrent habe die bewusste Entscheidung getroffen, iPhone und iPad zu kopieren, sagte Anwalt Harold McElhinny in seiner Eröffnungserklärung vor den Geschworenen gestern.

Samsung-Anwalt Charles Verhoeven konterte, Apple habe das Design des iPhone nicht erfunden und könne auch „keine Rechtecke patentieren“. Die gesamte Branche habe sich in Richtung des Smartphone-Designs mit einem großen, berührungsempfindlichen Bildschirm wie beim iPhone entwickelt, argumentierte er. So wie sich Samsung vom iPhone „inspirieren“ ließ, habe sich Apple von Ideen des Wettbewerbers Sony inspirieren lassen.

2,5 Milliarden Schadenersatz gefordert

Samsung Anwälte protestierten laut US-Reportern zudem gegen die von Apple zusammengestellten vergleichenden Bilder, die diese These untermauern sollten. Schon zu Beginn der Verhandlung lieferte sich Samsung-Chefanwalt John Quinn den Berichten zufolge ein ungewöhnlich lautstarkes Wortgefecht mit Richterin Lucy Koh. Quinn verlangte, dass Bilder einiger Samsung-Geräte aus der Zeit vor dem iPhone doch noch als Beweismittel zugelassen werden. Koh verwies auf die frühere negative Entscheidung und drohte Quinn mit Sanktionen bei weiteren Diskussionen.

Das Verfahren in San Jose - nur wenige Kilometer vom Apple-Hauptquartier entfernt - könnte zur entscheidenden Schlacht im weltweiten Patentkrieg der beiden führenden Smartphone-Anbieter werden. Sie werfen sich gegenseitig Ideenklau vor. Apple will von Samsung mehr als 2,5 Milliarden Dollar Schadenersatz.