Mursi will Nahost-Friedensprozess wiederbeleben

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat dem israelischen Präsidenten Schimon Peres eine Botschaft des Friedens geschickt. „Ich freue mich darauf, gemeinsam die größten Anstrengungen zu unternehmen, den Nahost-Friedensprozess wieder auf den rechten Weg zu bringen, um Sicherheit und Stabilität für alle Völker der Region - inklusive des israelischen Volkes - zu ermöglichen“, zitierte das israelische Präsidialamt gestern aus einem Brief Mursis. „Mit tiefer Dankbarkeit habe ich Ihre Glückwünsche zum Beginn des heiligen Monats Ramadan erhalten“, fügte Mursi hinzu.

Der Wahlsieg des Mitglieds der Muslimbruderschaft hatte in Israel Befürchtungen ausgelöst, dass das Nachbarland das Friedensabkommen von Camp David von 1979 aufkündigen könnte. Diese Sorge hatte Mursi schon Mitte Juli zu zerstreuen gesucht.

Indem der Islamist nun die Israelis ausdrücklich als Volk der Region bezeichnete, setzte er sich auch deutlich von der im Gazastreifen herrschenden palästinensischen Hamas ab. Sie ist ein Ableger der Muslimbruderschaft, bestreitet jedoch das Existenzrecht Israels. Unter dem früheren Präsidenten Hosni Mubarak hatte Ägypten eine von der eigenen Bevölkerung abgelehnte und als proisraelisch empfundene Politik verfolgt.