Nazi-Verbrechen: Csatary leugnet weiter alle Vorwürfe

Der mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher Laszlo Csatary hat vor Gericht alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Das sagte der Anwalt des 97-Jährigen gestern nach einer dreistündigen Anhörung in Budapest.

Während dieser habe sein Mandant unter anderem mit Beispielen aus seiner Familie und seinem Freundeskreis zu zeigen versucht, dass er nicht antisemitisch sei. Zudem habe Csatary erneut Angaben zurückgewiesen, wonach er Polizeichef des Ghettos von Kosice war, sagte der Anwalt Gabor Horvath.

Csatary soll zwischen 1941 und 1944 maßgeblich daran mitgewirkt haben, dass 15.700 Juden aus dem Ghetto in das Vernichtungslager Auschwitz geschickt wurden. Nach dem Krieg wurde er 1948 in Kosice, das heute in der Slowakei liegt, in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Er lebte jedoch jahrzehntelang als Kunsthändler unter falschem Namen unbehelligt in Kanada. 1995, als die Behörden seine wahre Identität herausfanden, flüchtete er nach Ungarn.

Im Herbst 2011 machte dann das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem die ungarischen Behörden auf den mutmaßlichen Aufenthaltsort Csatarys aufmerksam. Nachdem ihn britische Reporter in Budapest aufgespürt hatten, wurde er am 18. Juli schließlich festgenommen. Derzeit steht der 97-Jährige in Budapest unter Hausarrest.