UNO-Sicherheitsrat verlängert Mandat für Darfur-Mission

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die internationale Friedensmission in der westsudanesischen Krisenregion Darfur (UNAMID) um ein Jahr verlängert. Das neue Mandat für die rund 20.000 Blauhelme und mehr als 3.700 Polizisten beginne morgen, teilten die Vereinten Nationen heute in New York mit. Morgen wäre das vorherige Mandat ausgelaufen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon unterstützte die Mandatsverlängerung, sprach sich aber für eine Verringerung der Truppenstärke und eine Verbesserung der Ausstattung der Mission aus.

UNAMID soll das brüchige Darfur-Teilfriedensabkommen von 2006 umsetzen und dabei den Schutz der Zivilbevölkerung vor bewaffneten Überfällen gewährleisten. Außerdem beteiligen sich die Friedenssoldaten an humanitären und Wiederaufbauprojekten. An dem Darfur-Abkommen ist die stärkste der Aufständischen-Organisationen, die „Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit“ (JEM), nicht beteiligt.

300.000 Tote seit 2003

Gegen den sudanesischen Machthaber Omar al-Bashir besteht seit 2009 ein Haftbefehl des Haager Internationalen Strafgerichtshofes wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur. Dort sind seit 2003 nach UNO-Schätzungen 300.000 Menschen gewaltsam umgekommen. Regimetreue arabische Janjaweed-Reitermilizen terrorisierten die ansässige Bevölkerung. Ungefähr 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben, eine Viertelmillion flüchtete in das Nachbarland Tschad.