Deutsche Bank streicht knapp 2.000 Stellen

Die Deutsche Bank reagiert mit dem Abbau von 1.900 Stellen auf den Gewinneinbruch im zweiten Quartal. Weil die Geldmaschine Investmentbanking nicht mehr rund läuft, sollen allein in der von London aus geführten Sparte noch in diesem Jahr 1.500 Jobs gestrichen werden.

Insgesamt will der Frankfurter DAX-Konzern nach gestrigen Angaben langfristig seine Kosten um drei Milliarden Euro drücken.

Der Investmentbanker Anshu Jain, der das Institut seit Juni gemeinsam mit Deutschland-Chef Jürgen Fitschen führt, sagte in einer Telefonkonferenz, der Stellenabbau werde vor allem außerhalb Deutschlands vollzogen. Wo die übrigen 400 Stellen entfallen, ließ das Management unbeantwortet.

Deutlicher Gewinnrückgang

Im zweiten Quartal 2012 hatte ausgerechnet das Investmentbanking, in dem die Bank viele Jahre Milliarden mit Fusionsberatung und Anleihegeschäft verdient hatte, ein Loch in die Bilanz gerissen. Der Vorsteuergewinn der Sparte brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 63 Prozent auf 357 Millionen Euro ein. Damit erwies sich der Spartengewinn von 1,7 Milliarden Euro zu Jahresbeginn als Strohfeuer. Ende 2011 gab es im Investmentbanking sogar tiefrote Zahlen.

Vergleichsweise stabil blieb das Privatkundengeschäft. Obwohl der Vorsteuergewinn in der um die Postbank gestärkten Sparte im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 398 Millionen Euro sank, lieferte das Privatkundengeschäft den größten Teil zum Vorsteuergewinn.

Von April bis Juni verdiente Deutschlands größtes Geldhaus 661 Mio. Euro. Das ist nur etwas mehr als die Hälfte dessen, was im Vorjahresquartal unter dem Strich gestanden war, nämlich 1,2 Mrd. Euro.