Zwölf Jahre Haft für Kindesentführerin in New York

Weil sie 1987 ein knapp drei Wochen altes Mädchen entführte und sich rund 23 Jahre lang als die Mutter ausgegeben hatte, ist in New York eine Frau zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Der Richter verhängte eine zwölfjährige Gefängnisstrafe gegen die heute 50-Jährige. In seiner Urteilsbegründung hob er hervor, die leiblichen Eltern von Carlina hätten „einen wahren Alptraum“ durchleben müssen.

Der Fall hatte Anfang 2011 weltweit für Schlagzeilen gesorgt, als Carlina ihre leiblichen Eltern wiedertraf und die Entführerin festgenommen wurde. Ihre Eltern hatten sie 1987 im Alter von 19 Tagen wegen hohen Fiebers in ein Krankenhaus von Harlem gebracht. Sie übergaben das kranke Baby einer Frau, die sich als Krankenschwester ausgab.

Die Frau, die drei Fehlgeburten erlitten und psychische Probleme hatte, verließ umgehend mit der kleinen Carlina im Arm die Säuglingsstation. Das Kind wurde nie mehr gesehen.

Erster Verdacht mit 16

Carlina schöpfte erstmals Verdacht, als sie mit 16 Jahren selbst schwanger wurde und ihre vermeintliche Mutter vergeblich um ihre Geburtsurkunde bat. Das gleiche Problem stellte sich wieder, als Carlina ihren Führerschein machen und sich um einen Job bewerben wollte.

Daraufhin rief die inzwischen erwachsene Frau das US-Zentrum für vermisste Kinder an. Mit Hilfe eines DNA-Tests konnten binnen weniger Tage Carlinas leibliche Eltern ausfindig gemacht werden. Carlina gab später an, in ihrer Kindheit von ihrer drogenabhängigen Entführerin geschlagen worden zu sein.