Prozess gegen russische Skandalband Pussy Riot vertagt

Im umstrittenen Justizfall der russischen Skandalband Pussy Riot hat ein Gericht in Moskau den Prozess nach rund zehnstündigen Verhandlungen auf morgen vertagt. Dann sollen weitere Zeugen zu der schrillen Protestaktion gegen Kreml-Chef Wladimir Putin in der wichtigsten orthodoxen Kirche Russlands gehört werden, wie die Agentur Interfax gestern meldete.

Die Anwälte der drei Angeklagten warfen Richterin Marina Syrowa zum Ende des ersten Verhandlungstags schwere Verstöße vor. Syrowa habe die jungen Frauen weder essen noch trinken noch zur Toilette gehen lassen. „Das ist Folter“, sagte einer der Verteidiger. Die Richterin wies das zurück.

Die Mitglieder der Frauenpunkband Pussy Riot sitzen seit etwa fünf Monaten in Untersuchungshaft. Menschenrechtler sprechen von einem „Schauprozess“, russische Intellektuelle von einer „mittelalterlichen Hexenjagd“. Die Musikerinnen sind angeklagt, mit der auf Video aufgezeichneten Protestaktion am 21. Februar in der Erlöserkathedrale in Moskau die Gefühle von Gläubigen verletzt zu haben. Ihnen drohen sieben Jahre Straflager.

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