Zeitung: Austro-Fonds übernimmt Schlecker Österreich

Die angeschlagene Drogeriemarktkette Schlecker Österreich hat in letzter Sekunde offenbar doch noch einen Käufer gefunden. Der in Wien ansässige Fonds TAP 09, dessen Managementgesellschaft von Rudolf Haberleitner geführt wird, soll dem Vernehmen nach alle rund 1.340 Filialen der Kette in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg übernehmen, berichtet der heutige „Standard“.

Nahversorger unter neuem Namen

Es soll weder zu Kündigungen noch zu Filialschließungen kommen. Diese Entscheidung des deutschen Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz soll heute bekannt gegeben werden, schreibt das Blatt. Die Drogeriemarktkette soll demnach unter neuem Namen zu einem Nahversorger ausgebaut werden. In Österreich beschäftigt Schlecker rund 3.000 Mitarbeiter in 900 Filialen.

Aus dem Rennen sind damit der Linzer Finanzinvestor Recap um Anton Stumpf, Ex-dm-Manager Manfred Laaber und die MTH-Gruppe (u.a. Libro, Pagro) um den österreichischen Industriellen und Ex-Politiker Josef Taus. Schlecker Deutschland schlitterte bereits im Jänner in die Insolvenz und wurde im Juni abgewickelt. Rund 25.000 Beschäftigte verloren ihren Job.

Um Mietreduktion gebeten

Die Vermieter der Schlecker-Filialen hat der neue Eigentümer in einem Brief um Zugeständnisse gebeten: Entweder die Mietzahlungen für sechs Monate auszusetzen oder eine Absenkung der Miete um 20 Prozent zu akzeptieren.

Der Fonds TAP 09 investiert laut Homepage in „Unternehmen mit Substanz und Restrukturierungsbedarf im Finanz- und Ertragsbereich“.

Gehälter werden fällig

Der 31. Juli ist Stichtag. „Wir warten darauf, ob die Löhne und Gehälter noch gezahlt werden können“, sagte Kreditschützerin Petra Wögerbauer vom KSV 1870. Schlecker-Österreich-Anwalt betonte, dass die Juli-Gehälter ausbezahlt werden.