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Machtwechsel ist „Illusion“

Die von Rebellen bedrängte syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad sucht Beistand im Iran und bekommt ihn dort auch: Der iranische Außenminister Ali-Akbar Salehi hat am Sonntag den syrischen Außenminister Walid al-Muallem empfangen und dabei die Idee eines Machtwechsels in Syrien als eine „Illusion“ bezeichnet.

„Naiv und fälschlicherweise anzunehmen, dass es ein Machtvakuum in Syrien gibt und einfach eine andere Regierung an die Macht kommen kann, das ist, so glaube ich, einfach nur ein Traum“, sagte Salehi bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Muallem in Teheran. Die syrische Regierung werde die „Verschwörung“ besiegen, erklärte Salehi.

Drohungen in Richtung „böser Regierungen“

Muallem betonte, die Regierung werde die Rebellen in der umkämpften Stadt Aleppo zurückschlagen. Zugleich hob er hervor, das Regime von Präsident Baschar al-Assad fühle sich weiterhin dem Friedensplan von UNO-Vermittler Kofi Annan verpflichtet. Neben Salehi traf Muallem in Teheran laut der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars auch Said Dschalili vom Nationalen Sicherheitsrat. Der Iran hat sich bereiterklärt, jeden Friedensplan für Syrien zu unterstützen, bei dem Assad an der Macht bleibt.

Vizestabschef Massud Dschasajeri hatte zuletzt erklärt, der Iran werde einen Regimewechsel in Damaskus durch „böse Regierungen“ wie die USA, Saudi-Arabien, Katar oder die Türkei nicht zulassen. Bisher hätten Syriens Verbündete nicht in den Konflikt eingegriffen, sagte der General und Pasdaran-Führer der Nachrichtenagentur Fars. Sollte das geschehen, würden entscheidende Schläge gegen die Front des Gegners ausgeführt werden.

Spekulationen über Eingreifen des Iran

Von wem diese „Schläge“ kommen würden, sagte Dschasajeri nicht. Das syrische Volk sei wütend auf die Staaten, die die Rebellen unterstützen, und werde Rache nehmen, betonte jedoch das hochrangige Mitglied der iranischen Streitkräfte, das schon mehrmals durch Verbalattacken gegen Israel und die USA aufgefallen war. Dschasajeris Äußerungen hatten zu Spekulationen über eine Bereitschaft Teherans zum direkten Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg geführt.

Unmittelbar nach Dschasajeris Äußerungen stellte der iranische Verteidigungsminister Ahmad Wahidi jedoch klar, dass Damaskus die Krise allein meistern könne und der Iran keine Truppen nach Syrien schicken werde. Das dürfte indes nur die halbe Wahrheit sein. Angeblich schickt Teheran schon seit geraumer Zeit Militärberater und Kämpfer nach Syrien. Zuletzt bestätigte der Iran allerdings auch Gespräche mit Regimegegnern in Syrien und brachte sich als Vermittler ins Gespräch.

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