Italien kommt kurzfristig günstiger an Geld

Italien hat angesichts neuer Hoffnungen auf Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) zu deutlich günstigeren Konditionen Geld bei Anlegern eingesammelt. Bei der Auktion von Geldmarktpapieren mit sechsmonatiger Laufzeit fiel der Zins auf 2,454 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit Mai, teilte die Finanzagentur heute mit.

Im Juni mussten Investoren noch mit 2,96 Prozent gelockt werden, dem höchsten Zins seit Dezember. Insgesamt sammelte der hoch verschuldete Staat 8,5 Milliarden Euro ein. Die Versteigerung war 1,6-fach überzeichnet.

Draghi weckte Hoffnungen

EZB-Präsident Mario Draghi hatte die Hoffnung auf ein stärkeres Eingreifen der EZB im Kampf gegen die Schuldenkrise genährt. „Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten“, sagte Draghi. „Und glauben Sie mir, das wird ausreichen.“

Sollten hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen von Krisenländern die Wirkung der Geldpolitik stören, „fällt das in unser Mandat“. Anleger und Experten spekulieren darauf, dass die EZB nun wieder Staatsanleihen von Krisenstaaten wie Italien kauft und so deren Zinskosten drückt.