Barroso zu Gesprächen in Athen erwartet

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso wird heute in Griechenland erwartet. In Athen will er den griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras treffen.

Es handle sich lediglich um einen „Routinebesuch“, hieß es von der EU-Kommission in Brüssel. „Das Ziel des Besuchs ist es, von Angesicht zu Angesicht in Athen mit dem Premierminister die ökonomische Situation in Europa und Griechenland zu besprechen.“ Das letzte Mal war Barroso im Juni 2009 in Griechenland.

Euro-Austrittsszenario spukt weiter herum

Samaras hatte sich heftig gegen Äußerungen einiger europäischer Politiker verwehrt, wonach ein Euro-Austritt seines Landes verkraftet werden könne. Diese Kritik zielte vor allem auf den deutschen Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, der gesagt hatte, ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion sei „kein Schreckensszenario“ mehr. Die Ratingagentur Moody’s bezeichnete einen Euro-Austritt Griechenlands als zuletzt „wahrscheinlicher“.

Die Nachrichtenagentur Reuters mutmaßte, die laufende Prüfung der Finanzlage Griechenlands durch die Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU werde zu einem „verheerenden Ergebnis“ führen. Der Schuldenberg sei nicht mehr beherrschbar und ein weiterer Schuldenschnitt unvermeidlich.