Rebellen: Assad entsendet weitere Truppen nach Aleppo

Die syrische Regierung schickt nach Angaben der Rebellen weitere Truppen in die heftig umkämpfte Handelsmetropole Aleppo. Eine „große Anzahl von Soldaten“ sei aus der Provinz Idlib abgezogen und nach Aleppo entsandt worden, sagte ein Sprecher des Militärrats der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) der Nachrichtenagentur AFP.

Laut seinen Angaben dauerten die Kämpfe um die 2,5 Millionen Einwohner zählende Stadt weiter an. Die Moral der dort eingesetzten Regierungstruppen bezeichnete er als „sehr schlecht“: Viele Soldaten würden weglaufen, Dutzende andere desertieren. Von unabhängiger Seite überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

TV-Appell von desertiertem General

Der Anfang Juli desertierte syrische General und ehemalige Vertraute von Machthaber Baschar al-Assad, Manaf Tlass, rief unterdessen alle Syrier auf, gemeinsam auf eine neue Ära in Syrien nach Assad hinzuarbeiten.

Es sei „die Pflicht aller Syrer, sich zusammenzuschließen, um ein freies und demokratisches Syrien aufzubauen“, forderte der abtrünnige General gestern Abend in einer vom Blatt abgelesenen Erklärung im saudi-arabischen Fernsehsender al-Arabija. Das neue Syrien dürfe nicht „auf Rache, Ausgrenzung oder Monopole“ aufgebaut werden.

Es war der erste öffentliche Auftritt des langjährigen engen Assad-Vertrauten seit seiner Flucht aus Syrien. Tlass gehörte jahrelang zu einer Eliteeinheit, die für die Sicherheit der Staatsführung unmittelbar verantwortlich ist. Nach Angaben von Experten könnte er nach einem möglichen Ende der Assad-Regierung in der Übergangszeit eine führende Rolle übernehmen.