Nach „Batman“-Blutbad: Boom bei US-Waffenkäufen

Nach dem Amoklauf bei einer Kinopremiere des neuen „Batman“-Films in Colorado sind die Waffenverkäufe in dem US-Staat einem Medienbericht zufolge sprunghaft angestiegen. Wie die Zeitung „Denver Post“ gestern berichtete, erhöhte sich nach der Bluttat vom vergangenen Freitag die Zahl der gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfungen von Waffenkäufern um 41 Prozent. Auch die Nachfrage nach Genehmigungen für das Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit sei gewachsen.

Bekanntes Phänomen nach Gewalttaten

„Viele Leute sagen sich: ‚Ich dachte, ich brauche keine Waffe, aber jetzt schon‘“, sagte Waffenhändler Jake Meyers der Zeitung. „Wenn es in ihrem Hinterhof passiert, fangen die Leute an, die Lage neu zu beurteilen.“ Der Waffenkauf wird meist mit dem Schutz der eigenen Familie erklärt.

Das Phänomen ist bekannt. Auch nach dem Massaker an der Virginia Tech im April 2007, als ein Student auf dem Campus in Blacksburg 32 Menschen und sich selbst getötet hatte, und nach dem Attentat auf die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords in Tucson, Arizona, bei dem sechs Menschen starben, zogen die Waffenverkäufe stark an.

Mehrheit für liberales Waffenrecht

Der Schütze in dem Kino, der 24-jährige Student James Holmes, hatte in den Wochen vor dem Amoklauf vier Waffen und Tausende Schuss Munition legal erworben. Sein Motiv war unklar. Das Recht auf Waffenbesitz ist in der US-Verfassung verankert. An der Tragödie von Aurora entzündete sich erneut eine Debatte über eine Verschärfung des Waffenrechts, die Mehrheit der US-Bevölkerung lehnt das in Umfragen aber ab.