„Falter“: Chinas Marine nützt heimische Drohnen

Das österreichische Unternehmen Schiebel habe trotz EU-Waffenembargos die chinesische Volksbefreiungsarmee mit einem Drohnenhelikopter beliefert, berichtet das Wiener Wochenmagazin „Falter“ in seiner neuen Ausgabe. Firmenchef Hans-Georg Schiebel sprach hingegen gegenüber der APA von einer „Falschmeldung“ - obwohl er die Lieferung nicht dementiert.

Die unbemannten Hubschrauber des Typs Camcopter S-100 würden auch für militärische Zwecke eingesetzt und würden weltweit als einziger Drohnentyp gelten, der bei schwerer See auf Kriegsschiffen starten und landen kann, heißt es in dem Bericht. Laut Schiebel wurden die Drohnen allerdings bereits vor fünf bis sechs Jahren an eine zivile chinesische Behörde mit maritimen Agenden geliefert.

Belegfotos für Firmenchef „zu unscharf“

Zum Unterschied von den Angaben des „Falter“ habe Schiebel „weniger“ als 19 Drohnen geliefert, so der Firmenchef. Die betroffene chinesische Behörde habe zudem nun gegenüber seiner Firma bestätigt, dass die Fluggeräte wie vereinbart nur für zivile Zwecke eingesetzt werden. Er sehe deshalb „keinen Grund zur Beunruhigung“. Die Helikopterdrohnen gelten als „Dual-Use-Geräte“ und könnten sowohl im zivilen wie auch im militärischen Bereich Verwendung finden.

Im Wirtschaftsministerium will man vom Verdacht der militärischen Drohnen-Nutzung seit Ende Mai wissen. Das Ministerium habe Ermittlungen eingeleitet, die immer noch andauerten. Bis zur Klärung der Sachlage würden keine neuen Drohnenlieferungen nach China bewilligt. Laut „Falter“ wurde im Mai eine Drohne auf einem chinesischen Kriegsschiff gesichtet, wie Fotomaterial des japanischen Geheimdiensts belege. Schiebel sagte dazu, die Fotos seien so unscharf, dass man die Drohne nicht identifizieren könne.