FPÖ-Vorwürfe gegen Pilz’ Dissertation

Während FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bei einer Pressekonferenz gestern den Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ) verteidigt hat, startete er zugleich einen Gegenangriff auf den grünen Abgeordneten Peter Pilz. Erneut brachte er die Vorwürfe gegen Pilz’ Dissertation vor. Hier herrsche „Erklärungsbedarf“, so Strache.

Pilz habe 1982 im Auftrag des Wissenschaftsministeriums mit einem weiteren Autor eine Studie erstellt, seine Dissertation von 1983 enthalte den gleichen Text wie die Studie. Zwar gebe es in der Dissertation einen Hinweis, dass sie auf der Studie beruhe, aber nicht, dass sie quasi eins zu eins kopiert worden sei.

Für Pilz Sache „erledigt“

Strache ortete „zumindest ein Selbstplagiat“, erschwerend komme hinzu, dass Pilz die Studie ja mit einem Koautor verfasst habe. Man habe Juristen beauftragt, die Möglichkeit einer Anzeige zu prüfen. Den Vorhalt hat freilich schon vor einem Jahr der als „Plagiatjäger“ bekanntgewordene Medienwissenschaftler Stefan Weber bei der Agentur für Wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) angezeigt.

Pilz wies die Vorwürfe der FPÖ bezüglich seiner Dissertation als „lächerlich“ zurück. Die Sache sei bereits von der Uni Wien geprüft worden und „erledigt“. Pilz ortet eine „Panikreaktion einer Partei, die mitsamt ihren orangen Zwillingen im Korruptionssumpf untergeht“. Er will im Herbst einen Antrag auf einen „Haider-Grasser-U-Ausschuss“ einbringen, um das „Erbe“ dieser Politiker aufzuarbeiten.