Drei Tote bei Meuterei auf Militärbasis in Madagaskar

Eine Meuterei von Soldaten hat gestern das unter einer politischen Dauerkrise leidende Madagaskar erschüttert. Auf einer Militärbasis nahe der Hauptstadt Antananarivo stationierte Soldaten lieferten sich mit regierungstreuen Truppen Schusswechsel, bevor am Abend wieder Ruhe einkehrte, wie eine AFP-Korrespondentin an Ort und Stelle berichtete. Mindestens drei Menschen starben nach Armeeangaben, vier weitere wurden verletzt.

Flughafen stellt Verbindungen ein

Von dem Militärstützpunkt in Ivato waren teils heftige Schusswechsel zu hören, wie die AFP-Reporterin berichtete. Der Minister für die Streitkräfte, Andre Lucien Rakotoarimasy, bestätigte telefonisch, dass es sich um eine Meuterei in der Nähe des internationalen Flughafens handelte. Dort wurden bis auf weiteres alle Flugverbindungen gestrichen.

Regierungstreue Soldaten und Polizisten stürmten die Basis vor Einbruch der Dunkelheit, nachdem ein als Vermittler eingesetzter Militärangehöriger getötet worden war. Am Abend erklärte die Armee, sie habe die Lage unter Kontrolle.

Es blieb unklar, was die Meuterer wollten. Von einem Putsch sprachen Regierungs- und Armeevertreter nicht. Im November 2010 hatte es einen Umsturzversuch auf der Insel vor Ostafrika gegeben, der von einer Meuterei auf derselben Militärbasis ausgegangen war. Die dafür verantwortlich gemachten Armeeangehörigen wurden im März verurteilt.