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Bis zu 200.000 Iraker in Syrien

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat einen dringenden Appell an die UNO zum Schutz der Iraker in Syrien gerichtet. In einer Erklärung auf der Website des Regierungschefs heißt es, die Vereinten Nationen sollten mit den syrischen Behörden zusammenarbeiten, um die Iraker zu schützen und ihnen bei der sicheren Rückkehr in ihre Heimat zu helfen.

Die Iraker in Syrien würden „von kriminellen Banden getötet und ausgeraubt“. Bei diesen Banden handele es sich offenbar um die „terroristischen Gruppen“, die in den vergangenen Jahren die Sicherheit im Irak gefährdet hätten.

Regierung: „Vergebung“ für politische Flüchtlinge

Laut Maliki soll den heimkehrenden Irakern, die nach 2003 in Opposition zur Regierung in Bagdad standen, „vergeben“ werden, solange sie kein Blut an den Händen haben. Nach Angaben der Regierung in Bagdad halten sich zwischen 100.000 und 200.000 Iraker in Syrien auf. Das Nachbarland befindet sich in einem blutigen Konflikt zwischen der Armee des Präsidenten Baschar al-Assad und der aus Deserteuren und bewaffneten Rebellen bestehenden Freien Syrischen Armee.

Flüchtlinge mit Gepäck

APA/EPA/Ali Abbas

Irakische Flüchtlinge bei ihrer Heimkehr aus Syrien in Bagdad

Flucht nach Hussein-Sturz

Angesichts der heftigen Gefechte sind Bagdad zufolge 1.000 Iraker mit dem Flugzeug aus Syrien in den Irak zurückgekehrt. Weitere 1.500 Iraker warteten demnach auf dem Flughafen von Damaskus auf einen Heimflug. Viele von ihnen waren infolge der US-Militärintervention im Irak ins Nachbarland geflüchtet. Das Regime des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein war mit dem syrischen verbündet.

Der irakische Regierungssprecher sagte, sein Land sei wegen der nach wie vor prekären Sicherheitslage im Irak außerstande, die vor der Gewalt in ihrer Heimat fliehenden Syrer aufzunehmen. In einem Interview mit dem Fernsehsender Irakija sagte Ali Dabbagh, das Grenzgebiet liege mitten in der Wüste, und es sei schwierig, dort Flüchtlinge unterzubringen.

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