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30.000 Syrer an libanesischer Grenze

Die eskalierende Lage in Syrien treibt immer mehr Menschen in die Flucht. Innerhalb von nur 48 Stunden hätten mehr als 30.000 Syrer die Grenze zum westlichen Nachbarland Libanon überquert, sagte eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR am Freitag in Genf.

Angesichts der Kämpfe suchen immer mehr Syrer ihr Heil in der Flucht: Der Ansturm habe mit dem Bombenanschlag auf den Führungszirkel des Regimes von Baschar al-Assad begonnen, bei dem am Mittwoch vier enge Vertraute des Präsidenten getötet worden waren. Wie die libanesische Zeitung „Daily Star“ berichtete, stauten sich die Autos am syrisch-libanesischen Grenzübergang Masnaa auf fast einem Kilometer in Viererreihen. Der Kontrollpunkt ist etwa 50 Kilometer von Damaskus entfernt.

Aktivisten gingen inzwischen von rund 60.000 syrischen Flüchtlingen im Libanon aus, heißt es in dem Bericht. In der Türkei sind derzeit mehr als 43.000 Syrer als Flüchtlinge registriert. Sie sind in Zeltstädten und Containerlagern untergebracht. Außenamtsstaatssekretär Wolfgang Waldner gab indes bekannt, dass Österreich seine Hilfe für die syrische Zivilbevölkerung von 250.000 Euro auf eine Million Euro vervierfachen werde.

UNO: Eine Million auf der Flucht

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR schätzt, dass sich rund eine Million der insgesamt 21 Millionen Syrer aus Angst um ihr Leben aus ihrer Heimat an sicherere Orte geflüchtet haben. Eine weitere Viertel Million Menschen sollen das Land ganz verlassen haben. Die Versorgungslage habe sich durch die Kämpfe in Damaskus auch in der Hauptstadt verschlechtert, berichtete ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Beirut. Viele Geschäfte hätten geschlossen, alles sei teurer geworden. Es fehle an Milch für Kinder, Hygieneartikeln und Medikamenten.

Nach Zählung der Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London sind seit Beginn der Aufstände vor mehr als 16 Monaten in dem umkämpften Land rund 19.000 Menschen getötet worden.

Beobachtermission verlängert

Unterdessen wurde die UNO-Beobachtermission in dem Bürgerkriegsland vom Weltsicherheitsrat ein letztes Mal für 30 Tage verlängert. Dem einstimmig beschlossenen Resolutionsentwurf Großbritanniens zufolge darf das Mandat der Truppe künftig nur noch dann verlängert werden, wenn UNO-Generalsekretär und Sicherheitsrat ausdrücklich feststellen, dass keine schweren Waffen mehr zum Einsatz kommen. Nach Angaben der UNO setzt das Regime derzeit Kampfpanzer, Artillerie und Kampfhubschrauber in Wohngebieten ein.

Russlands UNO-Botschafter, Witali Tschurkin, lobte die neue Resolution als „ausgewogen“. Tags zuvor hatten die Vetomächte Russland und China eine Resolution im Rat scheitern lassen, die einen Umbau der militärischen Beobachtertruppe zu einer zivileren Mission vorsah und erstmals auch die Drohung mit Wirtschaftssanktionen enthielt.

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