Tote bei Angriff auf Flüchtlinge in Elfenbeinküste

Bei einem Angriff auf ein von UNO-Blauhelmsoldaten geschütztes Flüchtlingslager sind in der westafrikanischen Elfenbeinküste mindestens sieben Menschen getötet worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen zerstörten aufgebrachte Jugendliche aus der Stadt Duekoue gestern zunächst den Eingang des Lagers im nahegelegenen Niambly und setzten dieses daraufhin in Brand.

Laut Einheimischen handelte es sich vermutlich um Rache für einen Angriff in Duekoue, bei dem am Donnerstagabend vier Menschen getötet worden waren.

Während in Duekoue die ethnische Gruppe der Malinke vorherrscht, sind in dem Flüchtlingslager von Niambly hauptsächlich Angehörige der Guere untergebracht. Zwischen beiden ethnischen Gruppierungen hatte es während der schweren politischen Krise nach den Präsidentschaftswahlen 2010 bereits Auseinandersetzungen gegeben. Die Malinke gelten als Unterstützer des neuen Staatschefs Alassane Ouattara, die Guere als Anhänger von dessen Vorgänger Laurent Gbagbo.

UNO-Mission „zu klein“ für Gegenwehr

Der UNO-Sondergesandte für das westafrikanische Land, Bert Koenders, verurteilte den Angriff auf das Flüchtlingslager. Er sprach von einem „abscheulichen Verstoß“ gegen internationale humanitäre Rechte. Er äußerte sich jedoch nicht dazu, warum die UNO-Blauhelme den Angriff nicht verhinderten.

Mitarbeiter des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und ein einheimischer Journalist sagten, die UNO-Mission in dem Flüchtlingslager sei „viel zu klein“ gewesen, um den Angriff abwehren zu können.