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Luftbrücke für Betroffene

Die Steiermark wurde in der Nacht auf Samstag zum wiederholten Mal in den letzten Tagen von schweren Regenfällen und Unwettern heimgesucht. In mehreren Regionen kam es zu Überschwemmungen und Murenabgängen. In Thörl (Bezirk Bruck an der Mur) konnte ein am Freitag von einer Mure verschütteter Mann am Samstag nur noch tot geborgen werden.

Der 47-Jährige wollte laut Peter Schelch von der Freiwilligen Feuerwehr gegen 21.00 Uhr gerade zu Fuß zu seiner Mutter, als ihn die Mure erfasst haben dürfte. Er konnte erst in den Morgenstunden von Helfern tot in einem Seitengraben geborgen werden. Ein Steweag-Mitarbeiter, der gerade mit Störungsarbeiten beschäftigt war, wurde Augenzeuge des Unglücks - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Feuerwehrmänner und Straßensperren

APA/Berufsfeuerwehrverband Murau

Im Bezirk Murtal trat der Wölzerbach über die Ufer

Katastrophenalarm in zwei Ortschaften

Nach St. Lorenzen im Paltental musste Samstagnachmittag auch in Kleinsölk (Bezirk Liezen) der Katastrophenalarm ausgelöst werden. Laut Kurt Kalcher von der Landeswarnzentrale Steiermark seien 35 Bewohner des hinteren Talbereiches von der Außenwelt abgeschnitten. Die Zufahrtswege müssten erst von den Einsatzkräften frei geräumt werden.

Mehrere Wohnhäuser weggerissen

Im Bezirk Liezen sind ganze Orte und Ortsteile von der Außenwelt abgeschnitten. In Schwarzenbach in der Gemeinde St. Lorenzen im Paltental ist eine laut Feuerwehr „große Mure mitten durch das Ortsgebiet und entlang eines Baches abgegangen“. Mehrere Wohnhäuser sind in dem Ortsteil von Trieben teilweise einfach weggerissen worden.

Von Muren überrollter Ort St. Lorenzen

APA/Markus Leodolter

Einsatzkräfte versuchen, die Straßen in St. Lorenzen frei zu machen

Etwa 20 Personen mussten mit Hubschraubern des Bundesheeres und des Innenministeriums in Sicherheit gebracht werden, nachdem ihre Häuser nicht mehr über die von der bis zu zehn Meter hohen Mure verlegten Straßen erreichbar war. Ein schwer verletzter Mann wurde gerettet und ins Spital gebracht.

TV-Hinweis

Anlässlich der schweren Unwetter findet auf ORF2 um 17.00 Uhr eine verlängerte ZIB-Sendung statt.

Die Ortschaft Oppenberg (Bezirk Liezen) mit knapp 250 Einwohnern war Samstagvormittag ebenfalls nicht über das Straßennetz erreichbar. Weitere Unwetter, Schäden und Einsatzmeldungen kamen vorerst aus den Bezirken Graz-Umgebung, Murtal und Mürzzuschlag. Die Regenfälle halten weiter an, Entspannung ist derzeit nicht in Sicht.

Von Muren überrollter Ort St. Lorenzen

APA/Markus Leodolter

Aufräumarbeiten in St. Lorenzen

S35 gesperrt

Die Brucker Schnellstraße (S35) ist Samstagnachmittag von den Behörden wegen der Hochwasser führenden Mur ab Mixnitz in Fahrtrichtung Norden gesperrt worden. Das Wasser hatte zwischen Mixnitz und Pernegg bereits die Fahrbahn überschwemmt. Die Sperre wird laut Polizei vermutlich die Nacht über aufrechtbleiben.

Schon davor mussten mehrere Straßen wegen Überflutung und Murenabgängen gesperrt werden, meldete der ÖAMTC. Die Mariazeller Straße (B20) war in der Nacht zwischen Kapfenberg und Thörl wegen Überflutung unpassierbar. Die Verbindung konnte gegen Mitternacht freigegeben werden, musste dann aber erneut wegen eines drohenden Hangrutsches gesperrt werden. Umgeleitet wird über den Pogusch.

Wegen Felssturzgefahr musste laut ÖAMTC die Triebener Straße (B114) zwischen Hohentauern und Trieben gesperrt werden. Die Schoberpassstraße (B113) war zwischen Rottenmann und Trieben sowie auf Höhe Mautern nach Murenabgängen unpassierbar. Ausweichen war in beiden Fällen nur über die Pyhrn-Autobahn (A9) möglich.

Gleinalm-Tunnel kurzfristig blockiert

Am Freitag kurz vor 21.00 Uhr machten auf der Murtal-Schnellstraße (S36) zwischen Knittelfeld und Feistritz Hagelkörner und abgerissene Äste ein Vorwärtskommen sehr schwierig. Der Gleinalm-Tunnel auf der Pyhrn-Autobahn (A9) war kurzzeitig blockiert, da Autofahrer Schutz vor dem Hagel gesucht hatten. Zahlreiche Nebenstraßen waren von den Unwettern ebenfalls betroffen. Seckau war teilweise nicht erreichbar, da sämtliche Zufahrtsstraßen überflutet waren. Samstagfrüh war eine Zufahrt zumindest von Sachenberg aus möglich.

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