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Filmfirma kondoliert

Die tödlichen Schüsse in einem US-Kino werfen einen dunklen Schatten über den neuen „Batman“-Film „The Dark Knight Rises“. Der letzte Teil der „Batman“-Trilogie von Christopher Nolan ist der wohl meisterwartete Blockbuster dieses Jahres. Von der Firma Warner Bros. hieß es in einem Statement, man sei tief erschüttert. Gleichzeitig kondolierte das Unternehmen den Angehörigen der Opfer.

Der 24-jährige Täter dürfte sich die Premierenvorführung ganz bewusst gewählt haben. Der schwer bewaffnete Mann trug eine Gasmaske, wie sie der Bösewicht Bane in „The Dark Knight Rises“ trug.

Nolan: „Sinnlose Tragödie“

Batman-Regisseur Nolan drückte am Freitagabend (Ortszeit) seine „tiefe Trauer“ aus. In einer Mitteilung im Namen der Schauspieler und Mitwirkenden von „The Dark Night Rises“ sprach der britische-amerikanische Regisseur von einer „sinnlosen Tragödie“, berichtete das US-Branchenblatt „Hollywood Reporter“. „Das Kino ist mein Zuhause. Die Vorstellung, dass jemand diesen unschuldigen und erwartungsvollen Ort derart brutal entweiht, ist einfach verheerend“, so Nolan. Er sprach den Opfern und ihren Familien seine Anteilnahme aus.

Premiere in Paris abgesagt

Das Filmteam sagte geplante Werbeauftritte in Paris ab. Die Schauspieler Marion Cotillard und Morgan Freeman stünden für zuvor vereinbarte Interviews mit dem französischen TV-Sender TF1 nicht mehr zur Verfügung, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa.

Auf den Champs-Elysees war ursprünglich am Abend die Premiere des Batman-Films in der französischen Hauptstadt geplant gewesen. Nach Medienberichten wurde sie jedoch nach dem Amoklauf abgesagt. Offiziell soll der Film am 25. Juli in die französischen Kinos kommen. In Deutschland will die Kinokette Cinemaxx zum Filmstart nächste Woche die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen.

Versteckter Hinweis auf Romney?

Für Aufsehen hatte in den vergangenen Tagen auch der rechte, für seine obskuren Verschwörungstheorien bekannte Radiomoderator Rush Limbaugh gesorgt, der den Machern des Films vorwarf, mit dem bösen Gegenspieler Bane hinterhältig gegen den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney zu agitieren.

Der Grund: Der Name des Terroristen erinnere stark an Bain Capital - die Firma, mit der Romney sein Vermögen machte. „Glaubt wirklich einer, es ist Zufall, dass der Name des richtig fiesen, feuerspuckenden vieräugigen Wasauchimmer im Film ‚Bane‘ ist“, fragte Limbaugh seine Radiohörer. Der Comiczeichner Chuck Dixon widersprach diesem Vorwurf und nannte ihn „lächerlich“, die Figur gebe es schließlich schon seit 1993.

Der von Tom Hardy gespielte Bane kontrolliert die Unterwelt von Gotham City. Seine Emotionen versteckt der Bösewicht hinter einer maulkorbartigen Maske. Mit einem Fusionsreaktor als Bombe droht er, Gotham in Schutt und Asche zu legen. „The Dark Knight Rises“ ist insgesamt seit 1989 der siebente in der Reihe der Batman-Verfilmungen. Batman wird zum dritten Mal von Christian Bale dargestellt.

Start mit Millioneneinnahmen

Da der Vorgängerfilm „The Dark Knight“ (2008) mit der legendären Performance des während der Dreharbeiten gestorbenen Heath Ledger als Joker zu den erfolgreichsten Werken der Filmgeschichte zählt, gab es um den Start des neuen „Dark Knight“-Films einen großen Hype. In vielen US-Kinos wurden für das düstere Superheldenepos Previews bereits um Mitternacht angesetzt. Es gab lange Schlangen vor den Kinos und zum Teil hohe Ticketpreise.

Die Premiere erzielte nach ersten Schätzungen Spitzeneinnahmen. Die Branchenblätter „Variety“ und „Hollywood Reporter“ bezifferten die Mitternachtseinnahmen mit bis zu 30 Millionen Dollar (umgerechnet knapp 25 Mio Euro). Der Film war in 3.700 US-Kinos angelaufen, am Wochenende sollte er in über 4.400 Lichtspielhäusern gezeigt werden. Die Kritiken fielen allerdings gemischt aus.

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