Mali bittet Internationales Strafgericht um Ermittlungen

Die Regierung von Mali hat den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) gebeten, wegen Verbrechen im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt im Norden des afrikanischen Landes Ermittlungen aufzunehmen. Einen entsprechenden Antrag übergab Justizminister Malick Coulibaly gestern in Den Haag der IStGH-Chefanklägerin Fatou Bensouda, teilte das Gericht mit.

Malis Regierung beklagt darin unzählige Morde, Entführungen und Vergewaltigungen sowie die Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten. Die Ermittlungen sollen sich auch auf die Vernichtung islamischer Heiligtümer in Timbuktu erstrecken, die von der UNO als Weltkulturerbe eingestuft worden waren. Chefanklägerin Bensouda erklärte, die IStGH-Staatsanwalt werde rasch prüfen, ob Ermittlungen des vor allem für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuständigen Gerichtshofes angebracht sind.

Im Norden des westafrikanischen Staates, über den die Regierung in Bamako weitgehend die Kontrolle verloren hat, wüten seit Jänner Rebellengruppen der Tuareg-Nomaden. Sie streben in der Halbwüstenregion einen eigenen Staat an. In der Region sollen auch islamische Extremisten aus dem Ausland aktiv sein, unter ihnen Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida.