Koren neuer Volksbanken-Chef

Die seit April teilstaatliche Österreichische Volksbanken-AG (ÖVAG) hat einen neuen Chef. Stephan Koren, bis zum vorigen Jahr Vorstand bei der BAWAG PSK, ist gestern Nachmittag von den ÖVAG-Aufsichtsräten zum Vorstandschef bestellt worden. Er tritt seinen Job Anfang September an. Er bringt ein umfassendes Sanierungspapier in die angeschlagene Bank mit.

Michael Mendel, der als langjähriger Vize seit Mai die mit neuerlicher massiver Staatshilfe aufgefangene ÖVAG als Interimschef geleitet hat, soll wieder Vizechef sein. „Die Steuerzahler sind für die ÖVAG gewaltig in Vorlage getreten“, sagte Koren in einer ersten Stellungnahme nach seiner Bestellung. „Sie haben ein Anrecht, dass es zu Veränderungen kommt, die eine erfolgreiche Zukunft sicherstellen.“

„Tiefgreifende Veränderungen“ angekündigt

Die Republik wolle aus ihrer Beteiligung an der ÖVAG so viel wie möglich zurückbekommen, so Koren. Das sei auch sein prioritäres Ziel. Koren sprach bereits heute von „tiefgreifenden und vielleicht auch als schmerzhaft empfundenen Veränderungen“. Der Bund hält nach seiner Rettungsaktion vom heurigen Frühjahr 43,3 Prozent an der ÖVAG.

Aufsichtsratschef Hans Jörg Schelling sprach von einem „klaren Votum“ für Koren. Er sei ein äußerst erfahrener Banker, der klare Vorstellungen und Pläne habe, wie der Volksbankenverbund gestärkt werden könne. Der Aufsichtsrat sei überzeugt, dass Koren diese Aufgabe bestens erfüllen werde und spreche ihm sein vollstes Vertrauen aus. Zum neuen ÖVAG-Vorstand Verbundstruktur/CRO wurde Rainer Borns (Genossenschaftsverband) bestellt.