Nigeria will von Shell wegen Ölpest Milliarden

Wegen eines Lecks am Bonga-Ölfeld im Golf von Guinea haben die nigerianischen Behörden gegen den Shell-Konzern eine Geldstrafe von fünf Milliarden Dollar (gut vier Milliarden Euro) verhängt. Unternehmenssprecher Tony Okonedo sagte gestern jedoch, für die Strafzahlung gebe es keine rechtliche Grundlage.

Shell hat nach eigener Darstellung nach dem Entdecken des Lecks am 20. Dezember 2011 umgehend dafür gesorgt, dass die Ölförderung am Bonga-Ölfeld eingestellt wurde. Damals waren schätzungsweise 40.000 Fass Rohöl ins Meer ausgelaufen. Auch die Behörde für die Bekämpfung von Ölunfällen (NOSDRA) teilt die Ansicht, dass die Strafe nicht rechtens sei, weil Shell „mit dem Zwischenfall professionell umgegangen“ sei und „zu jedem Zeitpunkt im Einklang mit den Behörden gehandelt hat, um Umweltschäden zu vermeiden“.

Die Ölpest im Golf von Guinea war nach Regierungsangaben die schlimmste Verseuchung auf offenem Meer seit 1998. Im Niger-Delta sind jedoch Ölverschmutzungen häufig. Das Bonga-Ölfeld liefert rund 200.000 Fass Öl am Tag. Es liegt rund 120 Kilometer vor der nigerianischen Küste.