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Balladenfeeling mit dem Filmpromi

„Hallo grausame Welt“, haucht Marilyn Manson zu Beginn seines im April erschienenen Albums „Born Villain“ (Universal). Am meisten überrascht wohl eine Zusammenarbeit mit dem Schauspieler und Gelegenheitsmusiker Johnny Depp.

Schon der Opener „Hey, Cruel World“ macht klar, dass Fans der ersten Stunde kaum enttäuscht werden: Der Schockrocker kreischt, singt und brüllt zu geschredderten Gitarrenklängen und treibenden Rhythmen. Depp und Manson haben ausgerechnet die Ballade „You’re So Vain“, einst von Carly Simon zum Hit gemacht, gecovert. Der Mime spielt auf dem Track Schlagzeug und Gitarre. Das Stück nimmt auf „Born Villain“ allerdings keine zentrale Position ein, vielmehr wurde es als Bonustrack am Ende „versteckt“. Lediglich ein Sticker auf dem Cover verweist auf den Song.

Das eigene Material klingt düster und roh, „sehr nach Death Metal“, meinte Manson vor einiger Zeit. Was die Thematik betrifft, sei ein „Zombieelement dazugekommen“. Der Musiker erzählte in einem Promotioninterview über seine Liebe zum Genre: „Ich bin ein Fan von Zombiefilmen - nicht wegen des Blutes, sondern ich mag das psychologische Element.“ In solchen Streifen würden Menschen plötzlich vor dem Abgrund stehen, sie müssen in einer Welt handeln, in der alle Gesetze aufgehoben sind. „Ich mag es, Moralvorstellungen zu hinterfragen.“

Wirres Gefasel über Gefühle

Im Gespräch mit dem Onlineportal Loudwire.com sagte der Künstler, seine achte Produktion sei sein „Comeback“. Was seine beiden Alben davor betrifft: „Ich habe realisiert, dass ich Songs geschrieben habe, damit die Leute fühlten, wie ich mich gefühlt habe - statt sie irgendetwas fühlen zu lassen. So sollte ich es nicht angehen. Besonders, weil ich mich scheiße gefühlt habe, diese Platten zu machen. Also habe ich in erster Linie Musik gemacht, damit sich die Leute beschissener fühlten.“

„Born Villain“ erinnert an ganz frühe Arbeiten des polarisierenden Musikers, wobei dieser einschränkte: „Das Album hört sich nicht wirklich wie eines meiner alten Alben an.“ Vielmehr klinge es wie seine Einflüsse, also wie Killing Joke und Bauhaus sowie Birthday Party, so der 43-Jährige gegenüber dem Magazin „Revolver“.

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