Syrien: UNO-Beobachter am Ort des Massakers

Die in Syrien stationierten UNO-Beobachter haben gestern den Ort des jüngsten Massakers besucht. Die Kontrolleure seien in der Kleinstadt Treimsa in der Provinz Hama gewesen, wo Aktivisten zufolge am Donnerstag mindestens 150 Menschen durch die Armee und verbündete Milizen getötet wurden, teilte eine Sprecherin der Mission mit.

Ein Aktivist in der nahegelegenen Stadt Hama sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Beobachter hätten die „bombardierten Gebäude und die blutbefleckten Orte“ besichtigt. Der Leiter der UNO-Beobachtermission, Robert Mood, hatte zuvor gesagt, im Fall eines örtlichen Waffenstillstands seien die Kontrolleure bereit, sich nach Treimsa zu begeben. Nach Angaben von Mood verfolgten Beobachter die Gefechte um Treimsa aus einer Entfernung von fünf bis sechs Kilometern.

Regime bestreitet Vorwürfe

Syrien bestritt, ein Massaker an Zivilisten begangen zu haben. In Treimsa habe es sich um einen Sondereinsatz bewaffneter Streitkräfte gehandelt, der sich gegen Mitglieder einer terroristischen Gruppe gerichtet habe, so die staatliche Nachrichtenagentur Sana in der vom Regime standardmäßig gebrauchten Formulierung. Beim Einsatz habe es keine zivilen Opfer gegeben. Es seien aber tote Zivilisten gefunden worden, die von terroristischen Gruppen umgebracht worden seien.

Mindestens 150 Tote

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren dagegen in Treimsa am Donnerstag mindestens 150 Menschen getötet worden. Berichten zufolge handelte es sich bei den meisten Opfern um Aufständische, die zuvor einen Armeekonvoi angegriffen hatten. Aktivisten sprachen von Dutzenden Rebellen, die in der mehrheitlich sunnitischen Kleinstadt standrechtlich erschossen worden seien.

Zahlreiche Zivilisten seien zudem beim Versuch, über die Felder zu entkommen, getötet worden. Neben der Armee sollen auch Milizen aus nahegelegenen alawitischen Dörfern beteiligt gewesen sein.

Die Gewalt hielt unterdessen auch am Wochenende weiter an. Beobachtern zufolge wurden fünf Menschen beim Beschuss mehrerer Stadtviertel der Rebellenhochburg Homs getötet, darunter eine schwangere Frau. Gefechte wurden auch aus der Ortschaft Cherbet Ghasale in der südlichen Provinz Deraa gemeldet.