Justiz zahlt Bandion-Ortners Arbeit bei Abdullah-Zentrum

Die österreichische Justiz sponsert das umstrittenen „König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen Dialog“ in Wien. Das berichtet „Der Standard“ (Freitags-Ausgabe). Dem Bericht zufolge ist die interimistische Vizegeneralsekretärin des Zentrums, Ex-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner, nämlich seit ihrem Ausstieg aus der Politik im April 2010 dienstrechtlich wieder Richterin mit einem Bezug 5.616,80 Euro brutto im Monat.

Sie sei einer „Richterplanstelle für internationale Einsätze“ zugeteilt, erklärte die Ex-BAWAG-Richterin gegenüber der Zeitung. Auch bei der Anti-Korruptionsakademie IACA in Laxenburg sei das so gewesen. „Ich bin dort immer noch tätig und pendle hin und her“. Im November will Bandion-Ortner nach „Standard“-Angaben „entscheiden, was ich weiter mache“. Die Zuteilung hatte Bandion-Ortner zuvor schon im ORF-„Report“ bestätigt.

„Nur ein paar Monate“

Das Zentrum wurde auf Initiative und Kosten von Saudi-Arabien errichtet und wird am 26. November eröffnet. Die Finanzierung durch Saudi-Arabien wurde von Kritikern bemängelt. Sie führten ins Treffen, dass in dem Land Menschen- und Frauenrechte missachtet würden. So ist die Steinigung von untreuen Ehefrauen gerechtfertigt, was gegen die UNO-Menschenrechtskonvention verstößt.

Dass der Steuerzahler ihre Tätigkeit für das „König-Abdullah-Zentrum“ zahlt, findet Bandion-Ortner laut „Standard“ nicht seltsam: „Das sind nur ein paar Monate. Das ist Österreichs Beitrag zu einer sinnvollen internationalen Organisation.“ „Irgendwie“, räsonierte Bandion-Ortner, „macht man es nie recht. Dabei arbeite ich in zwei Jobs so günstig wie niemand. Soll ich vielleicht in die Arbeitslose gehen? Dann fiele ich dem Steuerzahler wirklich zur Last“. Im Ministerium betont man, dass das Zentrum um die Entsendung Bandion-Ortners „ersucht hat“, sie sei „auf ein Jahr befristet und im Interesse des Bundes“.