Anarchopopband Chumbawamba löst sich auf

Die britischen Anarchopopband Chumbawamba löst sich auf. Das erklärte das britische Musikerkollektiv auf seiner Website. Heuer soll es noch einige Abschiedskonzerte geben, dann wollen die Musiker ihre Instrumente an den Nagel hängen. 1982 in Leeds gegründet, verabschiedete sich die Band musikalisch rasch von ihren Punk-Einflüssen und näherte sich in wechselnden Besetzungen Pop und Folk an.

Ihren politischen und klassenkämpferischen Texten blieben sie bis zuletzt treu. Ihren Durchbruch feierte die Band 1993 mit den Singles „Enough is enough“ und „Timebomb“ sowie dem ein Jahr darauf folgenden Album „Anarchy“. Mit „Tubthumping“ gelang 1997 ein Nummer-eins-Hit.

Schlagzeilen durch Aktionismus

Chumbawamba sorgten weiterhin mit ihren politischen Aktionismus für Schlagzeilen: Aus Protest gegen die Politik von New Labour leerte Sänger Danbert Nobacon 1998 bei den Brit-Awards dem stellvertretenden Premier John Prescott einen Krug Eiswasser ins Gesicht.

Im Jahr 200 sorgte der Song „Passenger List For Doomed Flight No. 1721“ für Aufsehen, in dem Chumbawamba all jene Personen aufzählen, die sie gerne bei einem Flugzeugunglück an Bord sähen. U2-Sänger Bono findet sich da wieder, und auch der britische Ex-Premier Tony Blair, der damalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder sowie Ex-US-Präsident Bill Clinton sind unter den Passagieren des Unglücksfluges.

Ziel sei gewesen, als Band relevant zu bleiben, sich nicht zu wiederholen und „unsere Version der Wahrheit zu erzählen“, heißt es in dem Abschiedsstatement. Dafür habe man nun nicht genug Zeit und Enthusiasmus mehr. Eine Reunion will die Band aber nicht ausschließen.