Geiselnahme in Schule bei Paris beendet

In einer Schule bei Paris ist heute eine Geiselnahme unblutig zu Ende gegangen: Ein Mann hatte stundenlang einen Familienvater in seiner Gewalt, konnte mittags aber von der Polizei festgenommen werden, wie Polizei und Präfektur des Departements Val-de-Marne mitteilten.

Die Geiselnahme hatte kurz nach 7.00 Uhr in einer Vorschule in Vitry-sur-Seine bei Paris begonnen, die während der Sommerferien als Freizeitzentrum genutzt wird. Ein Familienvater wollte sein Kind dort abliefern und wurde dabei als Geisel genommen.

Zu keiner Zeit Kinder unter Geiseln

Anders als zunächst von den Behörden angegeben, befanden sich aber keine Kinder in der Gewalt des Geiselnehmers, auch nicht „kurzzeitig“, wie in Justizkreisen hervorgehoben wurde. Zu Beginn der Geiselnahme befanden sich zwar zwei Betreuer, ein Mitarbeiter des Servicepersonals, zwei Eltern und drei Kinder in der Vorschule. Sie konnten aber das Gelände sofort verlassen. Lediglich der Familienvater wurde als Geisel genommen.

Elitepolizisten der Einheit Raid konnten nach rund vier Stunden die Geisel unverletzt befreien. Danach gingen die Verhandlungen mit dem Täter weiter, der zwei Faustfeuerwaffen bei sich hatte und sich in dem Schulgebäude verschanzt hielt. Gegen 12.00 Uhr konnte dann der Präfekt des Departements, Pierre Dartout, die Festnahme des Geiselnehmers vermelden: „Er ist aus dem Gebäude gekommen und wurde von Raid-Polizisten festgenommen. Er ist nicht verletzt.“

Motiv unklar

Unklar war zunächst das Motiv des Geiselnehmers. Der etwa 30-jährige Mann, der mit einem grünen Overall bekleidet war, habe „wirres Zeug“ geredet und den Wunsch zum Ausdruck gebracht zu sterben, wie es in den Justizkreisen hieß. Er habe sich seiner Geisel gegenüber aber nicht bedrohlich gezeigt.

Video dazu in iptv.ORF.at