Russland: Halten nicht an Assad fest

Im blutigen Syrien-Konflikt hält Russland nach eigener Darstellung nicht an Präsident Baschar al-Assad fest, besteht aber auf einer Lösung durch die Syrer selbst. Assads Schicksal könne von „keinem internationalen Forum“ entschieden werden, sagte Vizeaußenminister Michail Bogdanow heute der Agentur Interfax.

Vielmehr müsse das syrische Volk in Übereinstimmung mit nationalen Gesetzen entscheiden. Auf der Genfer Konferenz am 30. Juni sei Assads Zukunft kein Thema gewesen, sagte Bogdanow. Die UN-Vetomacht Russland gilt als enger Partner Assads. Am Vortag hatte Moskau aber angekündigt, vorerst keine neuen Waffen an Damaskus zu liefern.

Verwirrung über abgeschossenes türkisches Kampfflugzeug

Mehr als zwei Wochen nach dem Abschuss eines türkischen Kampfflugzeugs durch syrische Truppen rückt die Militärführung in Ankara unterdessen von der Version eines Raketentreffers ab. Nach Untersuchungen der vom Meeresgrund geborgenen Wrackstücke gebe es keine Hinweise auf einen Angriff mit einer Rakete, berichteten türkische Medien heute unter Berufung auf Militär und Geheimdienst. Trotzdem beharre Ankara darauf, dass die Maschine im internationalen Luftraum getroffen worden sei.

Nach Darstellung des syrischen Regimes wurde die türkische Phantom F4 von an der Küste stationierten Luftabwehrgeschützen getroffen, nicht aber von einer über die syrischen Grenzen hinausreichenden Luftabwehrrakete. Das hatte auch das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Geheimdienstkreisen berichtet.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte das wütend zurückgewiesen. Verbündete der Türkei kritisierten dagegen zuletzt vor allem, dass die türkische Maschine ohne Vorwarnung abgeschossen worden sei. Die zuvor schon angespannten Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien waren nach dem Abschuss auf einem Tiefpunkt angelangt.