US-Arbeitsmarktdaten Rückschlag für Obama

Wenige Monate vor den Präsidentschaftswahlen zeichnet sich keine Erleichterung für den Arbeitsmarkt in den USA ab. Die dortige Wirtschaft hat im Juni lediglich 80.000 neue Jobs geschaffen, teilte das Arbeitsministerium gestern in Washington mit.

Die Erwerbslosenquote liegt damit unverändert zum Vormonat bei 8,2 Prozent - dies ist wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl ein Rückschlag für den amtierenden Präsidenten Barack Obama. Dieser reagierte entsprechend enttäuscht. Die Misere sei nicht über Nacht hereingebrochen und könne auch nicht über Nacht gelöst werden, sagte Obama auf einer Wahlkampftour in Poland (Bundesstaat Ohio).

„Ein Schritt in richtige Richtung“

„Wir haben in den letzten 28 Monaten 4,4 Millionen neue Jobs geschaffen“, erklärte ein matt wirkender Präsident. „Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir können uns damit nicht zufriedengeben.“ Das Ziel sei nicht, den Arbeitsmarkt auf den Stand des Jahres 2007 vor der Wirtschaftskrise zu bringen.

„Schlag in den Magen“

Obamas designierter republikanischer Herausforderer Mitt Romney nannte die Arbeitslosenzahlen einen „Schlag in den Magen für die Mittelschicht“. Obama trage die volle Verantwortung dafür, erklärte Romney von seinem Urlaubsort im Bundesstaat New Hampshire.

Der Arbeitslosenquote wird eine immense Bedeutung für die politische Zukunft des Landes zugeschrieben. US-Präsident Barack Obama steht im November zur Wiederwahl. Keiner seiner Vorgänger in den letzten sechs Jahrzehnten konnte eine zweite Amtszeit erreichen, wenn die Arbeitslosenquote über 7,2 Prozent lag. Obamas designierter republikanischer Herausforderer Mitt Romney wirbt vor allem mit seiner Wirtschaftskompetenz.