Griechischer Finanzminister: Ruf nach Lockerungen verfrüht

Der neue griechische Finanzminister Yannis Stournaras warnt seine Kabinettskollegen vor übereilten Forderungen nach Zugeständnissen der Geldgeber. Bis das aus der Spur geratene Reformprogramm nicht wieder auf Kurs sei, könne Griechenland nicht um Erleichterungen bei den Auflagen bitten, sagte der liberale Ökonom in einem Interview mit der „Financial Times“.

Ein Beamter des Finanzministeriums sagte Reuters, die Äußerungen des Ministers bedeuteten nicht, dass Griechenland seine Forderungen nach einzelnen Änderungen fallengelassen habe: „Hier wird die Regierungslinie bekräftigt.“

Im Verzug bei Reformen

Ministerpräsident Antonis Samaras verlangt unter anderem gezielte Steuersenkungen, eine Begrenzung der Entlassungen im öffentlichen Dienst sowie eine Verschiebung der Sparziele um zwei Jahre. Besonders Deutschland wehrt sich gegen Lockerungen der Auflagen, die Griechenland im Gegenzug für Milliardenhilfen zugesagt hatte.

Stournaras hatte zuvor eingeräumt, dass Griechenland bei der Umsetzung der Reformzusagen hinterherhinkt. Die Regierung steht nach den Neuwahlen vom 17. Juni auch innenpolitisch unter immensem Druck. Dabei kam die radikale Linke Syriza mit ihrem Versprechen auf Platz zwei, den für viele Griechen finanziell schmerzhaften Reformplan der internationalen Geldgeber über den Haufen zu werfen.