10. Jahrestag: Gedenkfeiern für Absturzopfer von Überlingen

Mit einem Gottesdienst haben heute Nachmittag die Gedenkfeiern für die Opfer der Flugzeugkatastrophe von Überlingen begonnen. Zehn Jahre nach dem Unglück, bei dem 71 Menschen ums Leben kamen, sei ein Stück Normalität eingekehrt, sagte Pfarrer Meinrad Huber im Owinger Ortsteil Taisersdorf (Bodenseekreis). „Aber die stille Solidarität darf nicht enden.“

Die schlichte Feier besuchten vor allem Angehörige und Freunde der beiden Piloten der Frachtmaschine, die aus England und Kanada stammten. „Ich möchte einfach hier sein“, sagte ein Kollege aus Brüssel. „Wir versuchen, jedes Jahr zu kommen.“ Die Angehörigen der russischen Opfer werden am Abend zu einer Gedenkfeier in Überlingen erwartet.

Für Unmut sorgte die Anreise des als „Fluglotsenmörder“ bekanntgewordenen Witali Kalojew. Er hatte bei dem Unglück seine beiden Kinder und seine Frau verloren und zwei Jahre danach den dienstleitenden Fluglotsen erstochen. Er verteidigte in einem Interview seinen Besuch. „Ich wollte doch nur den Ort des Absturzes besuchen, wo meine Frau und meine Kinder gestorben sind, Blumen niederlegen. Und mich mit denjenigen Leuten treffen, die mir in den Tagen der Tragödie geholfen haben“, sagte er dem staatlichen Radiosender Golos Rossii (Stimme Russlands).

Beim Zusammenstoß eines DHL-Frachtflugzeugs mit einer russischen Tupolew-Passagiermaschine waren am 1. Juli 2002 alle Insassen ums Leben gekommen, unter ihnen Dutzende Schulkinder.