Mali: Islamisten zerstören weiteres Heiligengrab

Islamistische Rebellen haben in der Welterbestadt Timbuktu im Norden Malis die Zerstörung jahrhundertealter Heiligengräber fortgesetzt. Dutzende mit Hacken und Meißeln ausgerüstete Islamisten hätten im Friedhof von Djingareyber begonnen, das Grabmal von Scheich al-Kebir einzureißen, sagte ein örtlicher Journalist heute der Nachrichtenagentur AFP. Die Zerstörer hätten „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen und gesagt, sie wollten die islamischen Mausoleen zerstören.

Aus Sicht der radikalen Islamisten verstößt die Verehrung der Heiligen und ihrer Gräber gegen den Islam, der den Gläubigen verbiete, andere Götter neben Allah zu verehren. Am Samstag hatten sie an anderen Stellen Timbuktus bereits drei Heiligengräber zerstört und angekündigt, weitere Grabmäler „ohne Ausnahme“ einzureißen.

In dem Friedhof von Djingareyber nahe der gleichnamigen, im Jahr 1327 erbauten Moschee im Süden Timbuktus befinden sich mindestens drei Heiligengräber. Die Mausoleen gehören seit 1988 zum Weltkulturerbe.