Steuerhinterziehung: Freispruch für Berlusconi

Der italienische Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi kann einen weiteren Erfolg im Justizbereich feiern.

Der Medienzar, sein Sohn Piersilvio und der amerikanische TV-Unternehmer Frank Agrama wurden heute vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen. Der Beschluss wurde von Untersuchungsrichter Pier Luigi Balestrieri gefällt, der über die Eröffnung eines Prozesses gegen Berlusconi und seinen Sohn entscheiden musste. Bei den Ermittlungen ging es um Steuererklärungen aus den Jahren 2003 und 2004.

Staatsanwalt forderte knapp vier Jahre Haft

Die Ermittlungen in Rom waren Teil eines größeren Verfahrens in Mailand, dem Sitz von Mediaset. Dabei geht es um den Vorwurf, der Konzern habe in den 90er Jahren mit Hilfe von Briefkastenfirmen die Preise für Übertragungsrechte von Filmen künstlich in die Höhe getrieben. Durch solche Machenschaften könnte Berlusconi Schwarzgelder im Ausland angelegt und die Gewinne für Mediaset in Italien gesenkt haben, um weniger Steuern bezahlen zu müssen.

Auf derartige Vergehen stehen Haftstrafen zwischen eineinhalb und sechs Jahren. Die Mailänder Staatsanwälte hatten vergangene Woche das Gericht in Mailand aufgefordert, Berlusconi in diesem Verfahren zu drei Jahren und acht Monaten Haft zu verurteilen.