Euro-Schutzschirme: Deutschland haftet mit 310 Milliarden

Deutschland haftet im Rahmen der europäischen Hilfspakete für Euro-Krisenstaaten für Risiken in Höhe von gut 310 Milliarden Euro.

In einem Reuters heute vorliegenden Bericht der deutschen Regierung an den Haushaltsausschuss des Bundestages wurde die Obergrenze, mit der Deutschland für den finanziellen Schutzwall der Europäer gegen eine Eskalation der Staatsschuldenkrise in Höhe von 800 Mrd. Euro geradesteht, auf exakt 310,3 Mrd. Euro beziffert.

Diese Zahl ergibt sich aus dem befristeten Parallelbetrieb der beiden Rettungsschirme EFSF und ESM, den ausgereichten bilateralen Kredithilfen im Rahmen des ersten Griechenland-Pakets und dem Anteil an speziellen Hilfen aus dem EU-Haushalt.

Allein aus den beiden Rettungsfonds EFSF und ESM errechnet das Ministerium eine maximale Haftungsobergrenze von 285,3 Mrd. Euro für Deutschland. Die könnte aber überschritten werden, wenn weitere Hilfen aus dem EFSF und nicht aus dem ESM gewährt würden. „Das liegt in den unterschiedlichen Haftungsstrukturen begründet“, heißt es in dem Schreiben.

Österreichs EFSF-Haftungen bei 21 Mrd.

Österreich hat für den EFSF Haftungen in Höhe von mehr als 21 Mrd. Euro abgegeben. Die Kapitalzusagen, die die Republik für den ESM noch in dieser Woche abgeben möchte, belaufen sich auf knapp 20 Mrd. Euro.