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Nestle, Kraft, Pepsi und Danone

Die Ausbreitung großer Lebensmittelkonzerne trägt einer Studie zufolge in ärmeren Ländern stark zu Fettleibigkeit und chronischen Krankheiten bei. Der Konsum von gesüßten Erfrischungsgetränken und verarbeiteten Lebensmitteln nehme in solchen Staaten rapide zu.

Damit steige auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes 2, warnen die Forscher aus Großbritannien, Indien und den USA im Fachmagazin „PLoS Medicine“.

Konsum steigt rekordverdächtig schnell an

Neben Tabak und Alkohol zählen verarbeitete Lebensmittel und Erfrischungsgetränke wegen ihres hohen Gehalts an Zucker, Salz oder Fett zu den wichtigsten Risikofaktoren für viele chronische Krankheiten. Lange Zeit dachten Forscher, der steigende Konsum solcher Produkte in Entwicklungs- und Schwellenländern hänge in erster Linie mit zunehmendem Wohlstand zusammen. Das Team um den Soziologen David Stuckler von der englischen Universität Cambridge überprüfte die Theorie nun mit Hilfe offizieller Verkaufsdaten. Für bis zu 80 Länder analysierte es die Entwicklung der vergangenen Jahre und Marktprognosen bis 2016.

Ergebnis: Der Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln und Erfrischungsgetränken steigt in Entwicklungs- und Schwellenländern oft sogar schneller als früher in den Industrieländern. Ursache dieses Trends sind jedoch weniger die steigenden Einkommen in den Ländern, sondern vor allem die verstärkte Präsenz internationaler Lebensmittelkonzerne wie etwa Nestle, Kraft, Pepsi und Danone.

Freihandelsabkommen verschärfen Situation

Diese seien in vielen Schwellenländern inzwischen ähnlich stark vertreten wie in den Industriestaaten, schreiben die Forscher. So steige etwa der Konsum von gesüßten Erfrischungsgetränken wie Cola und Limonade besonders rapide in Vietnam und Indien, gefolgt von Ägypten, China, Tunesien, Kamerun und Marokko. Begünstigt werde das durch die Liberalisierung der Wirtschaft und Freihandelsabkommen: Dadurch können Lebensmittelkonzerne in regionale Märkte einsteigen und heimische Produzenten verdrängen.

300 Liter Limonade pro Kopf in Mexiko

Dass der steigende Konsum keine zwangsläufige Folge von Wohlstand ist, beschreiben die Forscher an den Beispielen von Mexiko und Venezuela. In Mexiko stieg der Konsum von Erfrischungsgetränken seit den 1990er Jahren nach einem Freihandelsabkommen mit den USA auf internationale Rekordwerte an: Mexikaner trinken davon pro Kopf durchschnittlich mehr als 300 Liter pro Jahr. Gleichzeitig hat Mexiko von allen Entwicklungsländern den höchsten Anteil übergewichtiger Kinder.

In Venezuela dagegen, das kein Freihandelsabkommen mit den USA hat, blieb der Konsum solcher Getränke seit den 1990er Jahren weitgehend konstant - trotz steigenden Wirtschaftswachstums.

Um den Verzehr solcher Produkte zu bremsen, könnten Länder etwa Steuern auf ungesunde Lebensmittel erheben, schlagen die Forscher vor. Gleichzeitig betonen sie, dass viele Konzerne in Industrieländern angekündigt haben, in ihren Produkten den Gehalt von Salz, Zucker und ungesunden Fetten zu senken. Solche Schritte würden jedoch in Entwicklungs- und Schwellenländern meist nicht angewendet.

Nestle: Verbessern Gesundheit der Konsumenten

Ein Sprecher von Nestle sagte der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage, das Unternehmen trage weltweit dazu bei, die Ernährung und die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Dazu würden Nahrungsmittel etwa mit gesundheitsfördernden Nährstoffen wie Eisen, Vitaminen und Mineralstoffen angereichert. Gleichzeitig habe Nestle in den vergangenen Jahren in seinen Produkten die Konzentrationen von Salz, Zucker und Fett gesenkt.

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