China beschränkt weiterhin Reisefreiheit für Ai Weiwei

Der renommierte chinesische Künstler Ai Weiwei darf weiterhin nicht frei reisen. Die Behörden hätten ihm mitgeteilt, dass ein Jahr nach seiner Haftentlassung die Bewährungsauflagen zwar ausgelaufen seien, er aber nicht aus China ausreisen dürfe, sagte Ai heute gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Sie haben mir meinen Pass nicht wiedergegeben.“

Die Anordnung, die er von der Polizei erhalten habe, untersage ihm zwar nicht, Peking zu verlassen. Er sei sich aber nicht sicher, ob er zumindest in China frei reisen dürfe, sagte Ai. Der international bekannte Künstler und Dissident war vor einem Jahr wegen angeblicher Steuerhinterziehung 81 Tage lang an einem unbekannten Ort inhaftiert, als in China Rufe nach Protesten nach dem Vorbild der arabischen Welt laut geworden waren.

Am 22. Juni 2011 kam Ai unter der Auflage frei, ein Jahr lang Peking nicht zu verlassen. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete damals, er habe die Steuerhinterziehung über eine von ihm gegründete Firma „gestanden“. Ai ist nicht nur wegen seiner Kunst, sondern auch wegen seines Einsatzes für Rechtsstaatlichkeit in China über die Grenzen seiner Heimat hinweg bekannt.