Harsche EU-Kritik an Afghanistans Justizminister

Die EU hat sich „zutiefst beunruhigt“ über die Äußerungen des afghanischen Justizministers Habibullah Ghaleb geäußert, in denen er Frauenhäuser mit Bordellen gleichgesetzt hatte. Seine Äußerungen hätten dem Kampf gegen die Gewalt gegen Frauen einen Rückschlag versetzt, sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton gestern.

Opfer von Gewalt brauchten sichere Orte der Zuflucht, betonte Ashton. Jene Frauen, die sich in Frauenhäuser flüchteten, verdienten die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und der afghanischen Regierung. Bisher verfügt Afghanistan über zwölf Frauenhäuser für Opfer häuslicher Gewalt.

Ashton bezog sich auf eine Äußerung Ghalebs von Sonntag, in der er ausländischen Organisationen vorgeworfen hatte, durch die Finanzierung von Frauenhäusern Frauen zur Auflehnung gegen ihre Eltern zu ermutigen. Der Minister sprach von „Akten der Unmoral und der Prostitution“, die sich „bereits in dieser Art Orte ereignet“ hätten.