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„Vertrauen in Euro bewiesen“

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat Chinas Rolle bei der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise gewürdigt. Bei einem Treffen mit Staats- und Parteichef Hu Jintao am Montag am Rande des Gipfels der großen Industrie- und Schwellenländer (G-20) im mexikanischen Los Cabos bekräftigte Merkel, dass es wichtig sei, dass China immer wieder Vertrauen in den Euro bewiesen habe.

Für China habe der G-20-Gipfel „besondere Bedeutung“, um die Schuldenprobleme der Europäer und die Ausbreitungsgefahr der Krise in den Griff zu bekommen, sagte Chinas Vizefinanzminister Zhu Guangyao in Los Cabos. Exportweltmeister China leide stark unter dem Rückgang der Nachfrage seines größten Handelspartners und der Verschlechterung der Weltkonjunktur.

„Keine einseitige Unterstützung“

China, das die weltgrößten Devisenreserven besitzt, investiert in den europäischen Rettungsschirm ESM und Staatsanleihen von EU-Staaten, ohne dass die genaue Höhe bekannt ist. Zhu Guangyao sagte: „Es ist keine einseitige Unterstützung, sondern Kooperation.“ Ähnlich trage China zu den Ressourcen des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei.

Bei der geplanten Aufstockung der Mittel des IWF um 430 Milliarden US-Dollar werde China „nicht abseits“ stehen, sagte Zhu Guangyao. Der Vizefinanzminister wollte aber nicht die Höhe der Beteiligung nennen. Er bekräftigte, dass China dafür größere Mitsprache verlange. Die IWF-Reform solle auf dem Jahrestreffen im Oktober abgeschlossen werden.

Schwellenländer stellen Bedingungen

Im Tauziehen um die Aufstockung der IWF-Krisenmittel stellten die einflussreichsten Schwellenländer in Mexiko aber auch bereits Bedingungen. Die BRICS-Staaten verlangten am Rande des G-20-Gipfels unter anderem IWF-Reformen zu ihren Gunsten, ehe sie die von ihnen erwarteten Beiträge zur Stärkung der Schlagkraft des Fonds leisten.

Die BRICS sind Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Sie veröffentlichten kurz vor Beginn des Gipfels der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) in Los Cabos eine entsprechende Erklärung.

Darin erklärten sich die BRICS, die zur Gruppe der G-20 gehören, bereit, ihre Beiträge zur Aufstockung der IWF-Mittel zu leisten. Voraussetzung sei aber zum einen, dass die existierenden Mittel nahezu aufgebraucht seien. Zudem müssten die 2010 vereinbarten Reformen des IWF einschließlich der neuen Stimmengewichtung pünktlich umgesetzt werden. Die Änderungen sollen den Schwellenländern mehr Gewicht im IWF geben.

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